Katzen und Kartons


Die Liebe von Katzen für Kartons in allen erdenklichen Größen gibt uns Menschen immer wieder Rätsel auf.

Beispiel:

Der neue Kratzbaum wird geliefert, montiert und aufgestellt. Voller Freude und Spannung soll er der Katze präsentiert werden: Wie wird sie wohl reagieren? Aber die Katze ist nicht auffindbar und nach einigen Suchen stellt sich heraus, dass sie es sich im Karton, in dem der Kratzbaum geliefert wurde, gemütlich gemacht hat.

 

Die Größe des Kartons scheint bei Katzen, die ein sicheres Zuhause und Umfeld haben, keine Rolle zu spielen. Da wird versucht, wenigstens eine Pfote in eine Streichholzschatel zu quetschen oder wie das Bild zeigt, sich in eine lange Pappröhre zu zwängen. Ebenso finden große und geräumige Kartons Anklang. Zumindest muss eine Katze einmal hineingesprungen sein um zu schauen, wie die Welt aus dieser Perspektive ausschaut.

Hier scheint das Neugierverhalten der Katze eine Erklärung dafür zu sein, warum Katzen sich so gerne in jegliche Kartons setzen.

Katzen verstecken sich allerdings auch gerne, um möglicher Beute auszulauern und sie quasi aus dem Nichts heraus zu überraschen und zu überwältigen. In einer aufgeräumten Wohnung gibt es wenig Möglichkeiten, solche Verstecke zu finden. Hier ist ein Karton sehr hilfreich, denn eine im Karton sitzende Katze kann sich unsichtbar fühlen und genau diesen Überraschungseffekt nutzen.

Auch flache Kartons sind beliebt. Sie üben auf Katzen eine magnetische Anziehungskraft aus, so dass sie sich einfach hineinsetzen müssen. Liegt es eventuell an der Wärme, die das Papp-Material aufnimmt und hält?

Die Wohlfühltemperatur bei Katzen liegt bei 26 -30 Grad, das kann je nach individueller Wahrnehmung abweichen. In unseren Wohnungen haben wir meist 20-22 Grad. Ein Karton hält die Wärme und sorgt dadurch für mehr Wohlbehagen.

Für Katzen, die ihr Umfeld als unsicher empfinden und Ängste haben, kann ein Karton ein Rückzugsplatz sein, der Ruhe und Sicherheit vermittelt. Hierzu wurde von Claudia Vinke von der Universität Utrecht ein Experiment mit Tierheimkatzen gemacht:

Zehn neu eingetroffene Katzen bekommen in ihrem Käfig einen Karton zur Verfügung gestellt, neun andere müssen sich ohne Karton an die neue Umgebung gewöhnen. Bereits nach 3 Tagen stellt sich heraus, dass die Katzen mit Karton im Käfig wesentlich entspannter sind als ihre Kollegen ohne Karton. Diese benötigten 2 Wochen, ehe sie einen vergleichsweise entspannten Zustand erreichten.

Fazit:

Aus welchem Grund auch immer Katzen Kartons lieben, sie machen das Leben jeder Katze schöner. Und ganz besonders das der Wohnungskatzen. Denn diese sind sehr wenigen Umwelteinflüssen ausgesetzt, jeder Tag sieht gleich aus und Veränderungen finden eher selten statt. Eich Hoch auf einen Karton, der entweder einfach leer ist oder mit Zeitungsschnipseln gefüllt werden kann (noch wärmer!) oder mit Tischtennisbällen zwischen denen Leckerchen versteckt liegen und die dann mit Hingabe gesucht werden können.