Einzug einer neuen Katze

Zugegeben, es ist schon eine Weile her: Als vor 12 Jahren meine Katzen bei uns einzogen, hatten wir von Katzenhaltung gerade mal soviel Ahnung, wie vom Glockengießen – nämlich gar keine. Na gut, wir hatten mal ein Buch über Katzenhaltung gelesen – immerhin. Trotzdem haben wir viel falsch gemacht.

Angefangen bei der Eingewöhnung: Box auf, Katzen raus, schaut euch mal die schöne Wohnung an. Und die bestand aus vier Zimmern: Lauter unbekannte Räume, in denen überall Gefahren lauern können.

Fast auf dem Bauch liegend kamen sie aus der Box heraus. In angespannter Körperhaltung und mit angstgeweiteten Augen sind sie durch den Flur ins Wohnzimmer geschlichen, wo sie unter dem Schrank Schutz suchten. Und dort für die nächsten paar Stunden blieben.

Was geht in Katzen vor, wenn sie in die neue Wohnung kommen?

Katzen sind nicht nur elegante und höchst erfolgreiche Jäger, sie sind auch selber Beute. Alle größeren Raubtiere, wie Hund, Wolf, Luchs und Fuchs können ihr gefährlich werden.

Und sie sind territorial veranlagt. Was meint, dass Katzen ihren Lebensraum sehr gut kennen und für sich beanspruchen. Dieser Lebensraum wird Revier genannt und wird zumindest im inneren Kern gegenüber fremden Katzen verteidigt.

Wenn die Katze nun in eine neue Wohnung einzieht, sprich in ein neues Revier, weiß die Katze nichts über dieses Gebiet. Hier könnten fremde Katzen zuhause sein oder andere Feinde. Auch der Mensch gilt als potentielles Raubtier. Ganz besonders scheue Katzen, die in ihrer ersten Kindheit keinerlei oder negativen Kontakt mit Menschen hatte, haben Angst vor uns.

Angst ist also beim Einzug ein sehr wahrscheinlich vorherrschendes Gefühl der Katze. Je nach Selbstbewusstsein und Erfahrungen der Katze, wird sie sich langsam oder schnell eingewöhnen und ihre Angst verlieren.

Doch wie können wir einer Katze die Angst möglichst schnell nehmen?

Das Wichtigste ist sicher, die Katze nicht zu bedrängen. Ihr Zeit zu geben, sich an den neuen Raum und neue Menschen zu gewöhnen. Es ist wichtig zu warten, bis die Katze von sich aus auf den Menschen zugeht. Bis dahin sollte sie alles bekommen, was sie benötigt: Wasser, Futter, Gras, Schlafplatz, Kratzmöglichkeiten, Toilette.

Sehr hilfreich sind auch Versteckmöglichkeiten: ein Karton mit einer Decke darin oder ein Kissen unter dem Bett oder dem Schrank. Oder den Schrank öffnen und ein Regalfach zur Verfügung stellen. Beruhigend wirken auch Dinge, die aus dem vorherigen Revier stammen. Das können Kratzmöbel, Kissen oder ein Handtuch sein, denen noch der Geruch der vertrauten Umgebung anhaftet.

Am besten ist es, die Katze erstmal auf ein Zimmer zu beschränken, und sie nicht mit der gesamten Wohnung auf einmal zu überfordern. Wenn sie sich dort sicher und entspannt bewegt, frisst und angstfrei ist, kann das nächste Zimmer folgen.

So kann die Katze mit minimaler Angst bzw. Verunsicherung sich Schrittchen für Schrittchen die gesamte Wohnung erschließen. Die Vertrauensbildung geht dann ungleich schneller.

Auch ein Feliway-Stecker ist eine gute Idee. Pro Raum sollte es jeweils einer sein. Und auch Bachblüten Notfalltropfen sind eine gute Unterstützung bei der Eingewöhnung, da sie gegen Panik, Angst und Stress helfen.